AUF DEM HOLZWEG!
 
Am 15.10 demonstrierten wir mit einer Aufforstungsaktion am Grasleitensteig gegen den ausufernden Bau von Forststraßen.
 
Hier werden seit einigen Jahren überdimensionierter Forststraßen gebaut, die sich als Waldautobahnen durch Voralpen ziehen und oft alte naturbelassene Bergwege zerstören.
 
Begründet wird der Straßenbau mit der Bergwaldoffensive (BWO), die von der Bayerischen Staatsregierung im Jahr 2007 verabschiedet wurde, um den bayerischen Bergwald auf den Klimawandel vorzubereiten und dessen Schutz- und Nutzfunktionen aufrechtzuerhalten. Der Wald soll durch vorbeugende Pflegemaßnahmen gestärkt und „umgebaut“ werden. Die Zuschüsse für die Bergwaldoffensive führen dazu, dass selbst letzte Winkel mit Forststraßen erschlossen werden. Oft genug bekommt die Öffentlichkeit davon vorher gar nichts mit. Dabei ist „der Nutzen von Forststraßen sehr fragwürdig“, so Sepp Genghammer, Fraktionssprecher der Grünen in Bernau, „viele Straßen sind aus wirtschaftlicher Sicht nutzlos. Man müsste an anderer Stelle noch mehr Bäume fällen, um die Kosten wieder zu decken.“
 
Das Landschaftsbild wird durch neuen Forststraßen stark verändert, die Biodiversität insgesamt vermindert. Die Straßen sind teilweise als Wanderwege ausgezeichnet, wegen ihres festgeschotterten Untergrundes und Schneisencharakters aber für Wanderer nicht mehr attraktiv. Es droht ein Verlust an touristischer Wertschöpfung.
 
Am 15.10. machten wir zunächst am Wanderparkplatz Hohenburg mit einer umfangreichen Fotodokumentation auf Fallbeispiele solcher Verschandelungen im Bayerischen Alpenraum aufmerksam. MW Mitglieder hatten uns 15  Foto-Beispiele aus den letzten Jahren zugeschickt, von denen das eindrucksvollste Bild durch das Votum der Wanderer prämiert wurde. Einen Foto-Sauter Gutschein gewonnen hat Sandra Pawliczak, mit einem Bild von der Straße auf die Rappin Alm.
 
 
Im Anschluss forsteten wir die breite Forststraße auf dem ehemals wunderschönen Grasleitensteig mit zehn Baumsetzlingen wieder (symbolisch) auf. Wir fordern einen deutlich rücksichtsvollerer Umgang der Forstbehörden mit dem Bayerischen Bergwald und transparentere Genehmigungsverfahren.
Eine Forderung die bei allen Wanderern auf große Zustimmung stieß.
 

 

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