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Zurückliegende Projekte:

Juli 2006: MW  fordert den Abbau der stillgelegten Skilifte am Wank

Seit 2002 ist die Wankbahn in Garmisch-Partenkirchen im Winter nicht mehr in Betrieb. Die vier Schlepplifte auf dem Wank werden seit diesem Zeitpunkt nicht mehr genutzt. Von November bis April haben seither Skitourengänger, Schneeschuhsportler und  Freerider das frühere Pistenskigebiet für sich. Von Mai bis Oktober bevölkern Wanderer und Spaziergänger den Wank, von denen viele in den Gondeln der Wankbahn auffahren. Das Konzept geht laut Fremdenverkehrsverein im Winter voll auf: Die Wintersportler nutzen das Gebiet heute besser als zu früheren Zeiten des Pistenbetriebs. Das  Wankhaus erfreut sich im Winter über weit regeren Betrieb als vor 2002. Es gebe daher keine Pläne, Wankbahn und Schlepplifte im Winter wieder in Betrieb zu nehmen.

Mountain Wilderness Deutschland fordert die Verantwortlichen aus diesem Grunde auf, die stillgelegten und nicht mehr benötigten drei Schlepplifte am Wank abzubauen. Bei einer Ortsbegehung am Samstag, den 22. Juli konnten sich die alpinen Umweltschützer auf dem „Sonnenberg für die ganze Familie“ ein Bild davon machen, wie die Metallpfeiler, Betonmauern, Drahtseile und Holzrampen der alten Lifte  die schönen Wiesenrücken des Wank verschandeln. Eine Befragung der ergab, dass die Mehrheit die alten Anlagen als „Störfaktoren“ wahrnehmen: „Was nicht mehr gebraucht wird, gehört abgebaut.“ Nur wenige  an der Infoveranstaltung  teilnehmende Garmischer befürworteten die Wiederinbetriebnahme der Lifte, weil die „Kinder hier schon immer das Skifahren lernen“. 

Weder Vertreter des Bayerischen Umweltministeriums noch der Bayerischen Zugspitzbahn nutzten die Gelegenheit, mit Mountain Wilderness Deutschland und den Wanderern mögliche Lösungen für die Skiliftruinen am Wank zu erörtern. So konnten sie nicht erleben, wie Sonnenalm und Wankhaus an einem heißen sonnigen Samstag bei allerbesten Wander- und Aussichtsbedingungen nur eine sehr geringe Anzahl von  Touristen anlocken konnten. Denn was nutzt der schönste Blick auf die Gipfel von Wetterstein und Karwendel, wenn die Sicht durch Liftstützen und Drahtseile beeinträchtigt wird?

 

>>Mountain Wilderness auf der Outdoor 2005
Unter dem Motto "Nature is our business" präsentierte sich Ende Juli 2005 Mountain Wilderness zusammen mit fünf  anderen NGO´s auf der Outdoor Messe in Friedrichshafen .Der vom MW Deutschland und MW Schweiz zusammen organisierte Stand fand reges Interesse. Wir hatten viele anregende Gespräche und Diskussionen vor allem zum Thema Heliskiing.

>> Aktion am 6.3.2005  im Garmischer Hausberggebiet gegen geplante neue Schneekanonen.

Eine Presslufthammerattrappe aus Holz, eine meterlange Leiste mit Glühbirnen und ein Berg aus Plastikkanistern – Skifahrer, die am Sonntag am Garmischer Hausberg unterwegs waren, konnten die drei Installationen nicht übersehen, mit denen die alpinen Umweltschützer von Mountain Wilderness Deutschland die Risiken künstlicher Beschneiuung deutlich machten. Mit diesen einfachen Hilfsmitteln prangerten sie sehr anschaulich den hohen Energie- und Wasserverbrauch sowie die enorme Lärmbelastung durch die Schneekanonen an. So wird für die Beschneiung von einem Hektar Skipiste pro Saison vier Millionen Liter Wasser benötigt. Der Stromverbrauch für die Schneekanonen im gesamten Alpenraum entspricht jährlich dem von 130.000 Vier-Personenhaushalten. Der Lärmpegel einer Schneekanone kann bis zu 115 Dezibel betragen, und kommt damit einem Presslufthammer gleich.
Am Garmischer Hausberg sollen im nächsten Jahr neue Beschneiungsanlagen an der Drehmöser- und der Hornabfahrt gebaut werden. Mountain Wilderness fordert von den Verantwortlichen daher jetzt: Umdenken statt Aufrüsten. Wegen des fortschreitenden Klimawandels und damit steigenden Schneegrenzen sind neue, die Umwelt belastende Schneekanonen nicht die geeignete Strategie, Garmisch-Partenkirchen oder andere bayerische Urlaubsorte für den Tourismus zukunftsfähig zu machen. Kostspielige Investitionen in Speicherteiche und Wassergräben zahlen sich nicht aus, nur alternative Konzepte für einen nachhaltigen, sanften Tourismus nutzen auf Dauer der einheimischen Wirtschaft, den Gästen – und der Umwelt.

 

>> Radldemo am Isarursprung 
Am 20.6.2004 folgten trotz kalten Dauerregens  40 hartgesottene RadlerInnen dem Aufruf der Karwendel- Schutz-Initiative Jetz werd´s eng, sowie von Mountain Wilderness und der Isarallianz zu einer Radlsternfahrt ins Hinterautal. Anlass war die touristische Erschließung der ehemals versteckt gelegenen Isarquelle. Der Initiator der Baumaßnahmen Josef Draxl stellte sich vor Ort einer kritischen Diskussion, betonte aber ausschließlich die „soziale Komponente“ der Maßnahmen. (Wege, Zäune und Rastbänke wurden im Rahmen einer Projektwoche der Grundschule Scharnitz verwirklicht.) Die Argumente der Naturschützer, dass beispielsweise ein breiter und aufgekiester Weg mitten im Naturschutzgebiet nichts zu suchen hat, fanden bei Draxl kein Gehör.
Die anschließende Kundgebung konnte leider nicht wie ursprünglich geplant in Scharnitz durchgeführt werden, sondern musste direkt hinter die Grenze verlegt werden. Nachdem die Veranstalter seid Monaten von den österreichischen Behörden hingehalten worden waren, wurde wenige Tage vor dem angesetzten Termin die Genehmigung endgültig nicht erteilt. Die zuständigen Stellen betrachteten die befürchtete „Großdemo“ als unberechtigte „Einmischung von Außen“ so Harry Danzer von Jetzt werd´s eng. So wurde sogar die Gendarmerie angewiesen tief ins Hinterautal hinein zu fahren, um zu kontrollieren ob auch alles friedlich verlaufe.
Bevor die Kundgebung mit bayerischer Lifemusik zu Ende ging betonte Danzer unter dem Beifall der Zuhörer die Hauptforderung der Karwendelschützer: Stopp jeglicher Baumaßnahmen im Karwendelgebirge. 

>>Klettersteig am Hochstaufen
Am Sonntag, den 23.05.2004 führten wir unter Leitung von Gotlind Blechschmidt
(Vorstand MW) und Sepp Jostl (Kletterer und Mit-Erbauer) mit 12 Teilnehmern
eine Ortsbegehung an Bayerns jüngstem Klettersteig durch: dem Pidinger
Klettersteig durch die Nordwand des Hochstaufens (Chiemgauer Alpen). 
Dieser Klettersteig wurde im August 2003 eröffnet. Als schwierigste Via
Ferrata Bayerns bietet er ein begehrtes Ziel für alle Klettersteigfreunde und
weist schon jetzt an die 2000 Begehungen auf. Er verläuft teilweise entlang
der alten Welzenbachkletterroute. 
MW steht diesem Steig sehr kritisch gegenüber. Wildnis- und Rückzugsgebiete
sollten heute nicht mehr zerstört werden, Neuerschließungen nicht mehr
vorkommen. Die Installation erfolgte entgegen dem Grundsatzprogramm des
Deutschen Alpenvereins von 1994, das den Bau neuer Hütten, Wege und
Klettersteige ablehnt. Allerdings hatte der Alpenverein mit diesem Projekt
nichts zu tun, sondern die Initiative ging allein von der Gemeinde Piding aus,
auf dessen Grund der Steig verläuft. Piding ist auch für den weiteren
Unterhalt zuständig und muss bei etwaigen Unfällen haften, die mit einem
beschädigten Klettersteig zusammenhängen. 
Der Klettersteig wurde gebaut, um Piding und Umland einen neuen touristischen
Anreiz zu bieten. Letztlich verdienen durch den Steig aber am meisten der
Hüttenwirt des Reichenhaller Hauses, das kurz unterhalb des Hochstaufens
(1770 m) liegt, sowie AV-Sektionen oder andere Alpinschulen, die den
Klettersteig in ihr Kursprogramm mitaufnehmen. Da An- und Abreise sowie der
Klettersteig in einer Tagestour machbar sind, werden nur wenige Via
Ferrata-Aspiranten in der Region übernachten. Insgesamt bringt der Steig mehr
Unruhe, Lärm, wohl auch Müll zum Hochstaufen - einem Berg, der schon vor
dieser Neuerschließung über einige interessante Anstiege gut erreichbar war.
Die Überschreitung des Hochstaufens von der Steiner zur Padinger Alm bei
Regen, Schnee, Sturm und zum Schluss Sonne bildete für die Gruppe ein
eindrucksvolles Naturerlebnis.

>>Skitourendemo für den Gletscherschutz

18 Aktivisten stiegen am Sonntag, den 4.4.2004, zum 3278 m hohen Linken Fernerkogel auf. Am Gipfel wurden große, auch vom Pitztaler Skigebiet aus sichtbare Transparente entrollt, auf denen ein absoluter Gletscherschutz und der Verzicht auf den Bau einer Seilbahn zum Linken Fernerkogel gefordert wurde. Anschließend fuhren die Umweltschützer zu den Liftanlagen ab, um bei den Skitouristen für ihr Anliegen zu werben. Erfreulicherweise stieß die Forderung, keinen weiteren Gletscher zu erschließen, bei den Feriengästen fast ausnahmslos auf Verständnis.  Wie unsinnig der Plan einer neuen Talabfahrt nach Mittelberg ist, wurde den Teilnehmern bei der abschließenden Abfahrt klar. Der steile Abbruch des Gletscherendes in eine enge Schlucht erforderte die Installation eines Fixseiles. Es wurde deutlich, dass hier nur durch umfangreiche Felssprengungen eine halbwegs sichere Piste angelegt werden könnte - von der großen Lawinengefahr in dem engen Talschluß ganz abgesehen.


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>>Protect the Alps! - Acht Tage durch das Trentino für die Alpenkonvention
Mit dem Ziel, auf die Alpenkonvention und die Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihrer Durchführungsprotokolle aufmerksam zu machen, durchquerten 10 Aktive von Mountain Wilderness auf Skiern die Berge des Trentino. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Alpenländern (auch aus Deutschland) und unterstrichen dadurch die internationale Bedeutung der Alpenkonvention. Jeder der acht Tage stand unter dem Motto eines der acht Protokolle. Dabei diskutierten die Teilnehmer die Probleme der durchquerten Gebiete auch mit lokalen Politikern und für den Naturschutz Verantwortlichen. Ein Beispiel hierfür ist die problematische Zunahme der Nutzung von Motorfahrzeugen in hohen Lagen. Höhepunkt der Aktionswoche von 14. - 21. März war der Demonstrationszug auf die Marmolada von rund 50 alpinen Umweltschützern. Die gesamte Aktion fand großen Anklang in den Medien und bei lokalen Politikern. Der dabei gedrehte Film wird nächstes Jahr beim Bergfilmfestival in Trento zu sehen sein. Weitere Informationen: http://www.mountwild.it (it/en)

>> Kailash Protest
 
Am 4.10.2003 nahmen wir an der Pressekonferenz und an der Demonstration der Tibet Initiative Deutschland (TID) auf der Zugspitze teil. Die TID war vollkommen begeistert, dass sich MW Deutschland sofort an ihrem internationalen Protest gegen den geplanten Straßenbau am Kailash beteiligte.

>>„Feuer und Wasser im Reintal“ – auch ohne „richtiges“ Feuer ein voller Erfolg
Am Samstag den 9.8.2003 veranstaltete Mountain Wilderness Deutschland im Rahmen der alpenweiten Kampagne „Feuer in den Alpen“ eine Feuer/Wasser Performance an der Reintalangerhütte (Wettersteingebirge).
Dem schwer bepackten MW Team war die unerfreuliche Nachricht zur Hütte vorausgeeilt, dass auf Weisung des zuständigen Landratsamtes jegliche Entzündung eines Feuers mit hoher Geldstrafe geahndet werden würde. Vor dem Hintergrund der hohen Waldbrandgefahr mag diese Entscheidung verständlich erscheinen – anderseits war der Schauplatz gerade wegen der Trockenheit an einem vegetationslosen Bachbett direkt an einem ausreichend wasserführenden Wildbach gewählt.
Wie dem auch sei - Vor Ort musste kräftig improvisiert werden, um die Performance ohne offenes Feuer durchführen zu können. Gerade diese künstlerische Flexibilität wurde von den über 100 Zuschauern im hohen Maße gewürdigt, was durch die vielen positiven Stimmen nach der Performance zum Ausdruck kam.


Foto: Michael Sonnberger

>> BayernTour Natur 2003
Am Sonntag den 1.6.2003 führten wir mit ca. 20 Teilnehmern eine Rundwanderung auf den Geigelstein  durch.
Neben der Geologie, Flora und Fauna des Gebietes wurden die Nutzungskonflikte am Geigelstein vorgestellt. Die Problematik rund um den (anstehenden) Almstraßenbau stieß auf großes Interesse und auch Kritik. Wir werden uns näher mit dem Thema auseinandersetzen.



 >>Stopp Heliskiing 2003
Auf diesem Gebirgslandeplatz auf 3230 m entrollten 42 Alpinistinnen und Alpinisten am Sonntag ihr Protest-Banner gegen das Heliskiing.
Am Vortag hatte man sich in drei verschiedenen Hüten getroffen, um 6 Uhr nahmen die drei Gruppen den zum Teil langen Aufstieg unter die Skis. Ziel war die Sustenlimmi im Grenzgebiet zwischen den Kantonen Uri und Bern. Dort liegt einer von 42 Schweizer Gebirgslandeplätzen. Die Gruppe, die das Protest-Banner entrollte, war just genau so groß, dass es für jeden der 42 Landeplätze genau einen Protestierenden ergab.
Vorbeikommende Skibergsteiger hatten großes Verständnis für die Aktion, während die Helikopterpiloten kneiften: Nachdem der erste Pilot die große Gruppe an Demonstranten erblickte, verständigte er seine Kollegen auf einem weiter entfernten Kuppe zu landen. An der internationalen Aktion beteiligten sich auch die Landesverbände von MW Deutschland und MW Italien.

>>"Feuer in den Alpen" auf dem Jochberg

Trotz der für die Nacht vorhergesagten intensiven Regenfälle blieben die Teilnehmer des Gipfelfeuers am Jochberg trocken.
17 wetterresistente Umweltaktivisten erreichten am 10.8.2002 um 19:30 h den Gipfel – gerade rechtzeitig um die mitgetragenen Meterscheite zu sägen und zu spalten.
Einziger Wermutstropfen war der dichte Nebel, der sowohl die Sicht hinunter nach Kochel als auch auf das Nachbarfeuer von Greencity  auf der Benediktenwand verhinderte.
Nach drei wunderschönen Stunden am Feuer stiegen alle gemeinsam wieder zum Kesselbergsattel ab, wo dann auch der Regen einsetzte.
Ein besseres Timing hätte man sich nicht wünschen können.

>>"Bayerntour Natur" 
Am 16.6.2002 führte Mountain Wilderness Deutschland eine naturkundliche Exkursion im Estergebirge durch. Leitung hatten Gotlind Blechschmidt und Brigitte Hanemann.

Das Estergebirge ist ein wenig überlaufener und seilbahnmäßig weitgehend unerschlossener Gebirgsstock nordöstlich von Garmisch-Partenkirchen. Am Bahnhof in Oberau versammelten sich 18 motivierte  Teilnehmer.  Bereits während des einstündigen Wiesen- und Moorwegs bis zur Höhe von  Farchant konnten die ersten Orchideenarten bewundert werden. Während des weiteren, nun steilen Aufstiegs entlang des Kuhfluchtgrabens wurden Themen wie Geomorphologie und Geologie des Estergebirges, Karstphänomene mit ihrer speziellen Hydrologie (Versickerungen, Höhlenbildung/Frickenhöhle, Quellen), sowie allgemeine ökologische Probleme des Alpenraumes besonders hinsichtlich Bevölkerungsdruck und Verkehrsbelastung angesprochen. Auf Höhe der Kuhfluchtwasserfälle zeugen eine weggespülte Brücke, herausgerissene Baumstämme und große Gesteinsumlagerungen von den verheerenden Auswirkungen des Pfingsthochwassers 1999. Am frühen Nachmittag war der Gipfel des Hohen Frickens (1940 m) erreicht. Die verdiente Pause wurde leider durch ein herannahendes Gewitter stark verkürzt. In wenigen Minuten war der Gipfel wolkenverhüllt, es setzten Regen, Hagel und ein gehöriger Temperatursturz ein. Perfekte Dramaturgie der Natur: Wilderness pur! So schnell wie möglich musste der bei Gewitter gefährliche Grat verlassen werden. Über das Frickenkar  -  Zeugnis früherer Vergletscherung  - führte der Abstieg nach Oberau hinunter. Dort schien dann wieder die Sonne, und wir ließen den schönen Tag gemeinsam bei interessanten Gesprächen im Biergarten ausklingen.Hinweis: Diese Rundwanderung ist als Tour Nr. 11 in unserem neuen Tourenführer GebirgsZüge vermerkt.

>>Gletscherschutz! Jetzt!
Mountain Wilderness Deutschland demonstrierte am 7. April gegen die geplante Erweiterung des Pitztaler Gletscherskigebiets

Mit Transparenten, Flugblättern und einem spektakulären Gleitschirmflug vom Brunnenkogel protestierten die alpinen Umweltschützer von Mountain Wilderness Deutschland im Gletscherskigebiet auf dem Mittelbergferner gegen dessen geplanten Ausbau. Die Skifahrer reagierten überraschend interessiert und aufgeschlossen auf die Aktion. Die meisten der Befragten beurteilten das bestehende Angebot als ausreichend und zeigten wenig Verständnis für die Pläne der Verantwortlichen der Pitztaler Gletscherbahnen. Diese wollen das Skigebiet mit einer neuen Zubringerbahn auf den Linken Fernerkogel sowie einer Talabfahrt über den Mittelbergferner bis zur Talstation der Gletscher-U-Bahn ausweiten. Dabei beriefen sie sich auf  das Tunnelunglück von Kaprun, das sich in einer ähnlichen Stollenbahn wie der Pitztaler ereignet hatte. Über die Talabfahrt seien  im Rahmen eines dreistufigen Sicherheitskonzepts die Skifahrer aus dem Gletscherskigebiet im Falle eines Unglücks zu evakuieren. Die neue Seilbahn soll diejenigen Gäste ans Pitztal binden, die nach dem Kapruner Tunnelbrand  Skigebiete mit unterirdischen Bahnen meiden. 18,1 Millionen Euro wollen die Pitztaler Gletscherbahnen in dieses Projekt investieren. Auf die meisten der Skifahrer, mit denen die Mountain Wilderness Teilnehmer während der Kundgebung sprachen, trafen die Sicherheitsbedenken  allerdings nicht zu. Ein Großteil von ihnen fühlte sich in der Gletscherbahn "auch nicht weniger sicher, als im Auto bei der Anreise". 

>>Aktionstag gegen die Verkehrsflut in die Eng am 3.10.2001
Bei herrlichstem Oktoberwetter waren es am Tag der Deutschen Einheit wieder Tausende von Autos, die den Weg durch das lange Risstal ins Herz des Naturschutzgebietes, bis in die Eng suchten. Die Parkplätze beim Alpengasthof Eng waren schnell überfüllt; die Autos parkten auf Böschungen, Waldwegen und Wiesen. Dass die Ahorne und damit das unvergleichliche Landschaftsbild durch die Abgase des Verkehrs und den Massentourismus gefährdet sind, kommt dabei wohl niemandem in den Sinn. Den meisten Bergwanderern ebenso wenig wie denjenigen, die die Eng als Selbstzweck zum Ziel haben. So bedrohen sie ihr eigentliches Ziel, die ursprüngliche und urtümliche Natur des Karwendels. Derweil gibt es seit letztem Jahr im Sommerhalbjahr mit dem RVO-Bus – ab dem Bahnhof Lenggries und abgestimmt mit dem Fahrplan der Bayerischen Oberlandbahn – erstmals eine echte Alternative zum Auto.
Anlass genug für uns, die Autofahrer direkt anzusprechen. Vor den Kalkmauern des Karwendels, zwischen Parkplatz und dem asphaltierten Weg zu den Engalmen, postierten wir uns mit einem riesigen gelben Transparent und mit Faltblättern, auf denen sie für eine autofreie Eng warben. Eine bewusst provokante Forderung, die viele Besucher nicht unkommentiert stehen lassen konnten. In regen, meist freundlichen Diskussionen konnte MWD nicht nur Denkanstöße zum eigenen Verkehrsverhalten geben. Es wurde wieder einmal deutlich, dass es oft an der Information über die Möglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, mangelt. Schnell verteilt waren auch einige hundert der Faltblätter mit Wandervorschlägen und Busverbindungen, die die Alpenvereinssektionen München und Oberland eigens für die Wiederbelebung der Busverbindung in die Eng veröffentlichten. 
Für Unmut sorgte diese äußerst friedliche Aktion freilich bei den Wirten des Alpengasthofs Eng und der Engalmen: Sie drohten unverzüglich mit der Polizei oder gar mit einer "saftigen tiroler Watschn" für die Aktivisten. Hier im hintersten Winkel des Risstals ist die bitter nötige Verkehrswende wohl immer noch ein Fremdwort.

>> Aktionstag "Bayerntour Natur"
Unsere Veranstaltung fand am 20. Mai 2001 bei herrlichstem Wetter planmäßig statt. Am Ausgangspunkt in Griesen versammelten sich 8 Erwachsene und 7 Kinder, die unter Leitung von Kookie Waldmann viel Spaß beim Grillen und Spielen am Bachbett hatten. Fast 20 weitere Interessierte machten die angekündigte Rundtour über den Schellschlicht mit. Michael Pröttel wies in einem Referat auf die Erosionsprobleme im Gebirge hin, Karsten Kriele skizzierte die Verkehrsbelastung im Alpenraum und forderte zum Nachdenken über das eigene Verkehrsverhalten auf; Gotlind Blechschmidt erklärte die geologischen und geomorphologischen Verhältnisse im Wandergebiet. Eine schöne - und schweißtreibende - Unternehmung fand im kleinen Biergarten im Tal seinen Abschluss, und die Teilnehmer erreichten auch pünktlich ihre Rückfahrmöglichkeit mit dem Bus, der im Moment anstelle der Außerfernbahn diese Strecke bedient.

>>Aktionstag von Mountain Wilderness zum Erhalt der Außerfernbahn
Am Sonntag, den 8.10.2000 - einen Tag vor dem geplanten Abbau der Oberleitung - veranstaltete Mountain Wilderness einen Aktionstag zum Erhalt der Außerfernbahn. Dieser von Garmisch-Partenkirchen nach Reutte führenden Bahnlinie droht zum Fahrplanwechsel 2001 das Aus.
Ein von MW aufgelegtes Faltblatt mit auf der Strecke liegenden Tourenmöglichkeiten fand schon während der Anfahrt von München aus reißenden Absatz. Auf der anschließenden Kundgebung in Garmisch brachte Herr Wiesenegg, Bürgermeister von Reutte die Problematik auf den Punkt: "Wer Bahnstrecken stillegt, nimmt die Zunahme der Verkehrstoten in Kauf."
Herr Moy von PRO BAHN Oberbayern verdeutlichte, dass das angeführte Argument der mangelnden Rentabilität der Strecke relativ ist: "Angesichts der 600 Mio. DM die für die Ortsumgehung von Farchant ausgegeben wurden, nehmen sich die, für die Sanierung der Außerfernbahn veranschlagten 6 Mio. DM sehr bescheiden aus."
Für den Großraum München und das Allgäuer Einzugsgebiet erschließt die Außerfernbahn hervorragende Tourenmöglichkeiten für den naturverträglichen Bergsport. Mountain Wilderness wird sich daher wenn nötig auch in Zukunft für den Erhalt der Bahnstrecke einsetzten.
Nur einen Tag nach unserer Aktion kam eine erfreuliche Nachricht aus Wien : Verkehrsminister Schmid verkündete, dass die Außerfernbahn auf österreichischer Seite "in jedem Fall erhalten wird, unabhängig davon ob der Betrieb durch die ÖBB oder einen anderen Betreiber weitergeführt wird." So steht der Sanierung der Oberleitung zwischen Garmisch und Griesen nichts mehr im Wege. Die DB hatte die Sanierung von einer solchen Aussage seitens der Österreicher abhängig gemacht. Und tatsächlich ist die Außerfernbahn seit dem 10. 6. 2001 wieder auch auf deutscher Seite in Betrieb.

 >> Diorama
Anfang Dezember zeigten wir in Augsburg, München und Starnberg die Diaschau Mont Blanc 2000. Die drei Veranstaltungen waren ein großer Erfolg und brachten MW-Deutschland auch neue Mitglieder.
Die Einmaligkeit und Schönheit dieses stolzen Berges sind nicht nur in Bergsteigerkreisen berühmt. Weniger bekannt ist aber die fortschreitende Zerstörung des Mont Blanc Gebietes. Das will Mountain Wilderness Schweiz ändern und präsentiert deshalb ein Diorama zur brisanten Bedrohung des Mont Blanc. Lebendige Bilder und Sprache regen zur Diskussion über Möglichkeiten einer nachhaltigen Nutzung unserer Alpen an. Das Diorama ist Teil einer umfassenden Kampagne für den internationalen Schutz des Mont Blanc, die von Mountain Wilderness federführend vorangetrieben wird.
Die Schau kann für Anlässe verschiedenster Art gebucht werden:
Daniel Silbernagel, Muespachertrasse 70, CH-4055 Basel, E-mail: silbernagel@bergpunkt.ch 

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