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Kaukasus 2004

Dawasuptaot - Clean Mount Kasbek! - Aufräumen am Heiligen Berg der Georgier

Vom 11. – 14.08.2004 führte Mountain Wilderness (MW) Deutschland eine Aufräumaktion im georgischen Teil des Kaukasus durch. Ziel war das Gelände um eine ehemalige meteorologische Station (3.680 m), die heute als Unterkunft bei der Besteigung des 5.044 m hohen Kasbek genutzt wird. Der Kasbek spielt in der georgischen Mythologie eine wichtige Rolle. Hier büßte der Sage nach Amirani, der georgische Prometheus, weil er den Menschen das Feuer gebracht hatte. Heute ist er der bergsportlich attraktivste Berg Georgiens, da er in einer politisch sicheren Zone liegt und relativ einfach zu besteigen ist.

Unter dem Motto „Dawasuptaot – Lasst uns aufräumen“ befreiten fünf Aktivisten von MWDeutschland und Schweiz zusammen mit 14 einheimischen Helfern das Gelände um die Hütte von insgesamt etwa drei Tonnen Müll.

Trotz der oft rauen Witterung wurde zwei Tage lang fleißig aufgelesen, geflext und geschleppt. Ergebnis war eine bunte Mischung aus rostigen Konservenbüchsen, Plastikflaschen, alten Socken, Zigarettenkippen, Nägeln, Drahtstücken, defekter Campingausrüstung, Patronenhülsen und Glassplittern, die - zum Recycling nach Material getrennt - 110 große Säcke füllte. Metallene Gestänge, unbrauchbare Messvorrichtungen, kaputte Matratzenroste und Teile des alten Hüttenblechdachs wurden vor Ort zerkleinert und am Helikopterlandeplatz aufgestapelt. Zuvor wurde mit einem Geigerzähler die Strahlungsbelastung um die Station geprüft, da zu Sowjetzeiten Strontiumbatterien zur Energiegewinnung eingesetzt wurden und sich eine stattliche Anzahl von alten Batterien auf der Hütte befand.

Die georgische Ministerin für Umweltschutz und Naturressourcen, unter deren Patronat die Aufräumaktion stand, kümmerte sich persönlich um den Abtransport des Mülls. Am 29.9. und 27.10. flogen Helikopter Säcke und Schrott ins Tal, wo sie fachgerecht entsorgt wurden.

Als weiteres Projektziel stand dieses Jahr die Vernetzung von georgischen Organisationen und Schlüsselpersonen aus den Bereichen Umweltschutz, Alpinismus und Tourismus auf der Agenda. Im Rahmen eines Round Table wurden Kontakte geknüpft, kritische Themen diskutiert sowie in Workshops gemeinsame Interessen und Ziele definiert. Erstes Ergebnis: die Gründung von "Mountain Wilderness Georgien".  

Als nächste Schritte sind die Herausgabe eines Wander- und Trekkingführers sowie die Renovierung des alpinen Museums in Kasbegi geplant.

Das Projekt wird unterstützt von:
GEOSWISS  Tel: 0041 (1) 4632267, Alemannen Steig 3 , CH-8055 Zürich, geoswiss@swissonline.ch

 

Das Gemeinschaftsprojekt von MW Deutschland und MW Schweiz:

Nachhaltige Bergsport- und Tourismusentwicklung am Kasbek 
MW hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Renovierung einer Selbstversorgerhütte am Kasbek in Georgien und der Publikation eines regionalen Tourenführers, die georgische Kasbek-Region als attraktives Bergsportgebiet bekannt zu machen.
Damit soll erreicht werden, dass der Bergsport im Kaukasus langfristig einen umwelt- und sozialverträglichen Beitrag zur Existenzsicherung der einheimischen Bevölkerung leistet, indem die Devisen westeuropäischer AlpinistInnen in erster Linie den einheimischen Bergführern und kleinen touristischen Unternehmen (z.B. Privatvermietern, Restaurantbetrieben, Pferdeverleih) zugute kommen.

>> Projekthintergrund
Der internationale Alpintourismus im Kaukasus war durch die lange Isolation der UDSSR und wegen kriegerischer Auseinandersetzungen während der Gründungsphase Georgiens kaum existent. Nur wenige Alpinisten aus Europa haben bis heute Touren in dieser Region unternommen. Zwar ist bekannt, dass der Kaukasus schöne Berge zu bieten hat. Trotzdem machen Alpinisten um diese einen Bogen. Gründe hierfür sind hauptsächlich fehlende, bzw. mangelhafte Infrastruktur, schlechtes Preis-Leistungsverhältnis, das durch die Medien geschaffene Image politischer Instabilität und fehlende Informationen über die Region. Seit der Unabhängigkeit Georgiens besteht die Möglichkeit, dieses Land zu bereisen.

>> Die Kasbek-Region
Der Kasbek ist ein 5047 m hoher Vulkan in Georgien in der Nähe des Hauptkammes des Kaukasus nahe der russischen Grenze. Der Kasbek ist zwar nicht der höchste Berg des Kaukasus, wohl aber einer der schönsten und der am meisten fotografierte. Am Fuße dieses Vulkans befindet sich der Ort Kasbegi, gleichzeitig Verwaltungssitz der Region Chewi. Der Kasbek zeigt sich als imposanter, vergletscherter Berg, und hat nicht umsonst eine wichtige kulturelle Bedeutung: Der griechischen Sage nach musste einst Prometheus an seiner Wand büßen, weil er den Menschen das Feuer gebracht hatte.
Derzeit ist er der bergsportlich attraktivste Berg Georgiens, da er in einer politisch sicheren Zone liegt und relativ einfach zu besteigen ist. Trotzdem ist der Alpinismus hier noch wenig entwickelt. Denn die Besucher und vor allem die Alpinisten finden keine ausreichende touristische Infrastruktur vor. Die politische Lage rund um das Gebirge kann nach Auskunft des Auswärtigen Amtes als stabil bezeichnet werden, Alpinisten dürfen zur Zeit auf sichere Verhältnisse zählen.

 - detaillierte Karteansicht  (bitte anklicken)

>> Das Projekt
Auf 3680 m Höhe, 1800 m über der nächsten Ortschaft und 1400 m unter dem Gipfel des Kasbek liegt eine erbaute meteorologische Station, die heute außer Betrieb ist und als provisorische Bergsteigerunterkunft bei der Besteigung des Kasbek dient.

Aufräumen, Abtransport und umweltgerechte Entsorgung des Metallschrott
Um die meteorologische Station — einem großen Steinhaus — liegen viele metallische Ruinenteile, sowie Reste von Bleibatterien. Im Gebäude befinden sich Kanister und andere Behälter mit Altölresten bzw. Diesel, die nicht mehr benötigt werden.
Ziel: Mountain Wilderness hat sich zum Ziel gesetzt, diese zum Teil giftigen, aber auf jeden Fall umweltschädlichen Ruinen- und Schrotteile abzutransportieren und umweltgerecht zu entsorgen. Auch die Ölkanister sollen, soweit nicht benötigt ins Tal geschafft und umweltgerecht entsorgt oder der Wiederverwendung zugeführt werden. Diese Entsorgung wird mitteleuropäischen Umweltstandards entsprechen.

 

>> Erstellung eines Tourenführers rund um den Kazbek
In einem  Tourenführer werden die verschieden Routen auf den Kasbek, auf die umliegenden Berge sowie die Wandermöglichkeiten rund um den Talort Kasbegi vorgestellt. Zudem wird natürlich das "neue" Georgien, die Hauptstadt Tiflis und alle Sehenswürdigkeiten auf dem Weg nach Kasbegi Berücksichtigung finden. In einem Informationsteil werden die lokalen Bergführerverbände und Unterkunftsmöglichkeiten , sowie andere touristische Infrastruktur wie z.B. Pferdeverleih und Transportmöglichkeiten enthalten sein. Ein spezieller Abschnitt zu den Grundsätzen eines „sanften Bergsports“ wird – für Mitteleuropa selbstverständliche – Umweltstandards den Bergtouristen vor Ort näher bringen. Die Texte sollen in vier Sprachen erscheinen (Eine deutsch/englische Version, eine georgisch/russische Version). Der Führer wird durch ansprechende Fotos und (eine) aktualisierte Karte(n) grafisch abgerundet.

>> Vorgehen
Die Prinzipien der Nachhaltigkeit sollen verwirklicht werden: sozialverträglich, ökologisch, wirtschaftlich – langfristig.

>> Regional verankert
Ein langfristiger Effekt entsteht durch die Zusammenarbeit mit den Initiativen vor Ort. So sollen u.a. das Ökozentrum des WWF in Kasbegi, die lokalen Bergsteigerverbände und Reiseveranstalter als Multiplikatoren vor Ort fungieren. Als Teil des Gesamtprojektes ist der Aufbau eines Netzwerkes einschlägiger Nichtregierungsorganisationen geplant.

>> International begleitet
MW ist seinerseits für die Geldbeschaffung (in erster Linie durch Sponsoren) und die gesamte PR Arbeit im deutschsprachigen Raum zuständig.

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