Markus Söder gewinnt „Bock des Jahres 2016“

eigentlich wollten wir bereits zum Jahresbeginn Heimatminister Markus Söder den jährlichen „Bock des Jahres“ für die größte Umweltsünde im Bayerischen Alpenraum verleihen.

Doch ein persönlicher Termin war leider nicht zu bekommen und bei einer Demonstration im Januar 2016, bei der der goldene Steinbock übergeben werden sollte zog. Markus Söder den Zugang über einen Seiteneingang vor.

Nachdem heuer vor allem der bayerische Heimatminister die Genehmigung für den Skigebietszusammenschluss von Balderschwang und Obermaiselstein über das ökologisch extrem sensible Riedberger Horn voran trieb, ist die Übergabe des „Bock des Jahres 2016“ mehr als überfällig.

Zu diesem Zweck demonstrierten wir am 20.12. 2016 mit einem 15 Meter langen Transparent (Aufschrift: „Hände weg vom Alpenplan – Rettet das Riedberger Horn“) vor Söders Heimat- und Finanzministerium und wollten den goldenen Bock im Anschluss am liebsten persönlich übergeben.
Der Minister hatte auf Nachfrage leider bereits das Haus verlassen. Der Pförtner versprach aber, den Goldenen Bock samt Laudatio dem Hausherrn zukommen zu lassen

Und hier ist die LAUDATIO auf den frisch gebackenen Preisträger:

Herzlichen Glückwunsch, Herr Heimatminister Söder!

Mit Ihrer Entscheidung am Riedberger Horn 80 Hektar aus der Schutzzone C zu streichen, haben Sie nicht nur ein Stück Heimat, sondern auch noch den mehr als vierzig Jahre alten Bayerischen Alpenplan zu Grabe getragen.
So zielsicher wie Sie hat noch keiner der bisherigen Preisträger den Bock des Jahres für die größte Umweltsünde im deutschen Alpenraum abgeschossen!

Wir erinnern uns:
Nachdem alle Umweltschutzverbände im Frühjahr 2015 erleichtert aufatmeten, weil Umweltministerin Ulrike Scharf die Liftverbindung zwischen Obermaiselstein und Balderschwang strikt ablehnte, brüskierten Sie nicht nur Ihre Parteikollegin mit der Aussage „Das Projekt ist absolut machbar und darstellbar.“ und gaben dieses Jahr den Bewohnern die Möglichkeit eines Bürgerentscheids, bei dem von Anfang an klar war, wie er ausfallen würde.

Um nicht als Heimat-Vernichtungs-Minister in die bayerische Geschichte einzugehen, versuchen Sie nun, den Verlust eines wichtigen Auerhahn-Biotops als Gewinn für den Naturschutz darzustellen, weil ca. 300 Hektar Fläche neu in die Schutzzone C des Alpenplans aufgenommen werden sollen. Wissen Sie wirklich nicht, dass dieses Gebiet bereits unter Naturschutz steht?
Die Bayerischen Grünen brachten diesen Etikettenschwindel mit einem treffenden Vergleich auf den Punkt: „Das ist so, als wollte man die Eisbären in der Arktis retten, indem man ein dreimal so großes Schutzgebiet in der Sahara ausweist.“

Solche Kritik schmilzt für Sie freilich dahin wie Kunstschnee in Zeiten des Klimawandels: „Ich bleibe dabei: Das Vorhaben ist umweltverträglich und absolut rechtskonform.“ betonten Sie Ende November. Was die Vermutung nahe legt, dass Sie nicht Zeitung lesen.
Denn im Oktober 2016 schrieb Bundesumweltministerin Barbara Hendricks an ihre Länderkollegin Ulrike Scharf, dass der Ausbau des Skigebiets am Riedberger Horn wahrscheinlich illegal sei. Frau Hendricks bezog sich (laut Münchner Merkur vom 11.10.2016) dabei auf eine Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Umwelt.

Darin wurde darauf hingewiesen, dass die geplante Skischaukel das Schutzgebiet der Alpenkonvention berührt und damit gar nicht genehmigungsfähig wäre. Wir würden uns nicht wundern, wenn diese am Ende noch aus den Zeiten ihrer Tätigkeit als Bayerischer Umweltminister stammt.

Nochmals herzlichen Glückwunsch
Ihr Mountain Wilderness Team

Die nächsten Termine

19.05.2017 Jahresmitgliederversammlung (17:00 - 19:00)
20.05.2017 Frühjahrsaktion

 

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