Die Berge schützen, damit wir sie wild erleben können

Tausende von erschöpften, zivilisationsmüden Menschen beginnen zu entdecken, dass der Gang in die Berge einer Heimkehr gleicht. Sie begreifen, dass die wilde Natur lebensnotwendig ist und dass Naturparks und Reservate nicht nur Schlagholz und Wasser zum Bewässern liefern, sondern wahre Quellen des Lebens sind. (John Muir, Our National Parks, 1909)

 

Obgleich der Begründer des Nationalpark-Gedankens, John Muir, diese Worte vor mehr als 100 Jahren niedergeschrieben hat, steht deren Aktualität außer Frage. Diese Quellen des Lebens zu schützen, ist das Ziel von Mountain Wilderness! Unser Engagement gilt sowohl der Erhaltung intakter Natur als auch der Bewahrung einer lebendigen Gebirgskultur. 



Aktuelles

Spannende Demo am Grünten !

 

Am Samstag, den 30.11.2019, führten wir in Rettenberg eine Kundgebung gegen die Ausbaupläne am Grünten durch. Hier unsere offizielle Preseemitteilung:
Die bisherigen Infrastrukturen am „Wächter des Allgäus“ sollen nach Plänen der Familie Hagenauer massiv zur „
Grünten BergWelt“ ausgebaut werden. Mit verschiedenen Liftneubauten und dazu notwendigen Schneischächten und Speicherbecken setzen die Verantwortlichen erneut auf den Wintertourismus. Um den Sommertourismus anzukurbeln, steht als absolute Spaßinstallation eine „Rollglider-Anlage“ zur Debatte, an der man in Gurten hängend abwärtsrauschen kann. Den Bauarbeiten werden voraussichtlich über 400 Bäume zum Opfer fallen. Die urige Grüntenhütte soll abgerissen werden und einem Neubau mit großer Sonnenterrasse für 350 Sitzplätze und Spielplatz weichen. Mit der Grünten BergWelt soll ähnlich wie schon am Alpsee ein „spektakuläres“ Ausflugsziel entstehen, das vor allem Tagestouristen anlocken wird. Da in Rettenberg die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sehr schlecht ist, reisen die meisten Besucher per Pkw an – mit entsprechenden Auswirkungen: Verkehrslärm und Feinstaubbelastung werden in Rettenberg, Kranzegg oder Vorderburg zunehmen. Übrigens wird bezeichnenderweise schon jetzt mit Schildern am Ortsanfang eine Ortsumgehung gefordert.

 

Es war die Idee des Vereins und als solche beim Landratsamt angemeldet, eine Beschallung um 80 Dezibel (dB) mittels vier Lautsprechern durchzuführen, um den Verkehrslärm zu verdeutlichen. Dass Landrat Klotz die Beschallungsidee verbot und dies auch postwendend – übrigens mit einer eigenmächtigen Erhöhung auf 90 dB – der Presse weitergab, ohne uns vorher davon zu informieren, sollte sich als Eigentor herausstellen. Denn so nahm die Geschichte schon im Vorfeld Fahrt auf und erregte Aufsehen. Übrigens wurde ein seitens Mountain Wilderness vorgetragener Kompromissvorschlag mit geringerer und kürzerer Beschallung nicht akzeptiert.

 

Auf Facebook kam es von einer Rettenberger Gruppe „Zukunft Grünten“ zu hetzigen Kommentaren und diese begrüßte uns bei der Kundgebung mit Slogans wie „Wir brauchen keine auswärtigen Krachmacher und Aktionisten“. Mountain Wilderness hatte mittlerweile allerdings seine Planung umgestellt und deutete jetzt mit aufgesetzten Schallschutzkopfhörern auf den zu erwartenden Lärm hin. Schließlich haben auch Auswärtige durchaus ein Recht auf Meinungsäußerung – denn die Baumaßnahmen sollen zu einem Drittel (10 Millionen Euro) aus bayerischen Steuergeldern bezahlt werden!

 

Die Diskussionen zwischen uns und den Befürwortern des Ausbaus verliefen teilweise in aggressivem Ton; in manchen Punkten taten sich aber auch Übereinstimmungen auf, zum Beispiel wenn beide Seiten den schlechten ÖPNV kritisierten oder ein ungeregeltes Hochsteigen der Skitourengeher. Mountain Wilderness geht es hauptsächlich um das absurde Dranbleiben am Wintertourismus (in einer Höhenlage von 1500 Metern) und keine Zuwendung zu nachhaltigen Tourismusformen, wie sie jetzt ja sogar von oberster Stelle am geretteten Riedberger Horn „verordnet“ wurden. Ferner um die Disneylandisierung des Grünten mit der Rollgliderinstallation als Halligallibahn, die im Sommer die Spaßtouristen anlocken soll. Das gewünschte Alleinstellungsmerkmal der Rettenberger, um im Tourismusgeschäft mithalten zu können, ist der Grünten an sich und der braucht keine künstlichen „Geschmacksverstärker“. Mehrere der Bürger äußerten dahingehend auch Bedenken wie „Diese Bahn braucht es nicht unbedingt“ oder „Des is a Kas“.

 

Nach der zweistündigen Debatte wanderten die Aktivisten von Mountain Wilderness vom Parkplatz Kammeregg zum Grüntensattel hoch. Dort zeichneten sie mit ökologischer Pistenfarbe ein großes Peacezeichen in den Schnee – Friede für den Grünten! – und kehrten abschließend in der heimeligen Grüntenhütte ein. Es wäre jammerschade, wenn diese traditionsreiche Unterkunft und Einkehrstation dem schnöden Mammon zum Opfer fiele.

 

 

 

 


WILDE WINTER

- 22 Ski- und Tourengebiete wo der Schnee noch vom Himmel fällt -

Ab sofort ist die neue Publikation von Mountain Wilderness Deutschland "WILDE WINTER - 22 Ski- und Tourengebiete wo der Schnee noch vom Himmel fällt" erhältlich.

 

Wintersport auf Basis Energie fressenden Kunstschnees ist angesichts des Klimawandels vollkommen absurd!

 

Mountain Wilderness Deutschland stellt in seiner neuesten Publikation daher kleine, aber sehr feine Naturschnee-Gebiete am bayerischen Alpenrand vom Chiemgau bis zum Allgäu und am Alpenhauptkamm  von Tirol bis in die Ostschweiz vor, die auf ihren "ökologischen Skiabdruck" achten und auf sanften Tourismus setzen.

 

Der Führer kann ab Dezember über wildewinter@mountainwilderness.de für 10 Euro (inklusive Versand) bezogen werden.


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Unsere Projekte

Klettersteige

Die anhaltende technische Erschließung der Alpen betrifft leider nicht nur neue Skilifte, Speicherteiche oder Aussichtsplattformen. Wie kaum eine andere Bergsportart boomt das Klettersteiggehen...

Funpark Alpen?

„Mega Flying Fox”, „Sky Glider” oder „Alpine Coaster” … die Erschließungswelle adrenalinsüchtiger Tourismusstrategen hat leider auch den Deutschen und Nordtiroler Alpenraum erreicht...

Skigebiete

Der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten, und er kommt viel schneller als erwartet. In den Alpen macht sich die Erderwärmung besonders deutlich bemerkbar...

 


Verkehr

Bergsportler sind zunächst einmal Motorsportler. Denn die überwältigende Mehrheit der Gipfelaspiranten reist mit dem eigenen PKW in die Alpen...

 

Rückbau zur Wildnis

Im gesamten Alpenraum sind zigtausende Gondelbahnen, Ski- und Sessellifte gebaut worden. Sofern sie in Betrieb sind, erfüllen sie zumindest ihre Funktion...

 

Kraftwerke

CO2 neutraler Strom ist ja grundsätzlich sehr wünschenswert. Doch wenn dieser mit einer unverhältnismäßigen Landschaftszerstörung erkauft wird, lehnen wir überdimensionierte Wasserkraftanlagen entschieden ab...



Termine im Überblick

Montag, 07.10.2019:

ab 19:30 Uhr Stammtisch im Alex am Pasinger Bahnhof


Mountain Wilderness Deutschland e. V.

Waldstraße 31a

82237 Wörthsee-Steinebach

 

Telefon 08153 889795

info@mountainwilderness.de