Pressemitteilung: 02/2011-2

Demonstration gegen Speichersee am Brauneck

Mit einem virtuellen Teich aus gelb/schwarzen Absperrbändern machten 30 Aktivisten der Umweltschutzorganisation Mountain Wilderness Deutschland am 26.2.2011 deutlich, welche Landschaftsverschandelung am Fuße des Brauneck geplant ist.

 

Auf der Abfahrt zur Talstation des Garland Liftes bremsten die meisten Skifahrer und Snowboarder am Samstag Nachmittag überrascht ab. Ein am Rande der Piste mit gelb- schwarzem Absperrband markierter Bereich zeigte als „virtueller See“ welch massiver Landschaftseingriff hier bevorsteht: Wird der See, der gegenwärtigen Planung entsprechend, realisiert, würde der Gemeinde Lenggries der nicht nur in umweltpolitischer Hinsicht mehr als zweifelhafte Ruhm zuteil, mit einer Größe von mehr als zwei Fußballfeldern und einem Fassungsvermögen von mehr als 100 Millionen Litern die größte Anlage dieser Art in Bayern geschaffen zu haben. Dementsprechend stieß die Aktion bei einem großen Teil der Skifahrer auf Verständnis.

 

Dass dieses Vorhaben „einen massiven Eingriff in die Natur darstellt“, erkennt auch der verantwortliche Bauamtsleiter, nur scheint dies sowohl hier als auch in anderen bayerischen Wintersportregionen kein hinreichender Grund mehr zu sein, sich derartiger „Zukunftsinvestitionen“ zu enthalten. Im Gegenteil: Ganz offensichtlich erleben wir hierzulande geradezu ein Wettrüsten, was Liftanlagen, Schneekanonen, und Pistenerweiterungen betrifft. In beinahe blindem Eifer werden dabei alle Daten der Klimaforscher ignoriert, die Schneesicherheit ausschließlich noch für Gebiete über 1500 Metern prognostizieren.

 

Die Strategie der künstlichen Beschneiung samt der hierfür erforderlichen Speicherseen ist demnach nicht nur aus vielfältigen ökologischen Gründen kaum zu vertreten (erhebliche Beeinträchtigung oder Zerstörung des Lebensraums von Flora und Fauna hinzu kommt ein enormer Wasser- und Energieverbrauch), sie ist es auch aus ästhetischen nicht, was spätestens die schneelose Zeit im Frühjahr offenbaren wird - eine derartige Wintersportinfrastruktur entspricht wohl kaum dem vom Wanderurlauber erwartetem Landschaftsbild. Sie ist zudem ökonomisch fragwürdig, da hier, rückwärtsgewandt die Zeichen der Zeit verkennend, das wichtigste Kapital, eine möglichst intakte Natur, geradezu verpulvert wird.

 

Anstatt ein weitestgehend naturnahes und somit zukunftsfähiges Tourismuskonzept zu verfolgen, offenbart sich in den Plänen der Skigebietsbetreiber einmal mehr ein ganz erheblicher Mangel an wertschätzendem Respekt gegenüber der Bergwelt.

 

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF downloaden.

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