Pressemitteilung: 05/2014

Stoppt die Totengräber der Bayerischen Alpen

Seit einigen Tagen zerstören schwere Baufahrzeuge die ehemals wunderschönen Almwiesen am Oberen Sudelfeld. Unter anderem soll dort, das mit 155.000 Kubikmeter Fassungsvermögen größte Speicherbecken Deutschlands entstehen. Eine künstliche Beschneiung mit 250 Schneekanonen ist geplant. Weite Teile der Struktur reichen Landschaft sollen zu diesem Zweck vollkommen planiert werden.

 

Am 21.5.2014 machte sich die Umweltschutzorganisation Mountain Wilderness Deutschland e.V. ein Bild von den Baumaßnahmen und brachte ihr Entsetzen über das Projekt durch ein Transparent mit Aufschrift „Naturzerstörung aus Profitgier“ zum Ausdruck. Dieser Slogan soll den skandalösen Umstand aufgreifen, dass für eine Verlängerung des Pistenskifahrens um gerade mal zwei Jahrzehnte, die Natur dermaßen ausgebeutet wird. Sogar Skigebiets-Geschäftsführer Egid Stadler gab in einem Interview zu, wie sich das Sudelfeld-Sakrileg finanziell rechnen soll: „20 Jahre könne man (...) hier noch fahren.

 

Dann hätten sich die Investitionen schon gelohnt. “Mit ihrem gebetsmühlenhaft vorgetragenen Argument „Erhaltung von Arbeitsplätzen“ legen die Projektbefürworter eine entsprechende Kurzsichtigkeit an den Tag. Die 13 bis 16 Millionen Euro, die der Freistaat Bayern aus Steuermitteln (!) den Erschließungsmaßnahmen zuschießen will, sollten viel sinnvoller in ein dauerhaftes Konzept für Bayrischzell investiert werden, das mit einem Fokus auf Ganzjahrestourismus gerade die Bewahrung und Inwertsetzung der einzigartigen Landschaft zum Ziel hat.

2012 ging übrigens Bayerns Umweltminister Marcel Huber auf Distanz zu den millionenschweren Förderprogrammen des Freistaats für den Ausbau von Skigebieten. Angesichts des Klimawandels müsse man “ein Fragezeichen“ hinter Projekte machen, wie sie am oberbayerischen Sudelfeld laufen, lautete die damalige Einschätzung des Ministers.

 

Die Aktion soll auch den Teilnehmer des zeitgleich stattgefundenen Alpendialogs in Aschau ein deutliches Zeichen geben.Passanten, wie der Betreiber einer lokalen Flugschule zeigten Verständnis für den Protest.


Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF downloaden.

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